Geschichte

Mit dem Bau der historischen Parkbühne, heute Waldbühne, wurde im Frühjahr 1934 nach den Plänen von Stadtbaurat Wilhelm Finkbeiner begonnen. Nach zweijähriger Bauzeit erfolgte die Einweihung am 12. Juli 1936 mit William Shakespeares Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“ in einer Aufführung des Städtebundtheaters Neuss.

Die letzte Theateraufführung fand 1938 statt. Aufgrund schlechter Witterung konnten schon damals nicht alle geplanten Aufführungen stattfinden. Teilweise ist die historische Quellenlage so schlecht, dass nicht mit Sicherheit festgestellt werden kann, was und wie viele Aufführungen hier tatsächlich stattgefunden haben.

Nach dem Krieg und unter den damaligen Verhältnissen erwies sich eine Instandsetzung der verfallenen Bühne als unmöglich. Trotzdem bestand der Wunsch, die Bühne wieder zu errichten. Bis 1954 gab es im Haushaltsplan der Stadt Lüdenscheid einen Haushaltsposten für die „Instandhaltung der Parkbühne“, der dann im Haushaltsjahr 1955 nicht mehr angesetzt wurde. Die Bühnenanlage geriet in Vergessenheit und wuchs zu. Bis April 2004 war sie auch für Eingeweihte kaum noch zu erkennen.

Im Frühjahr 2004 entwickelte der Leiter des Lüdenscheider Kulturhauses, Stefan Weippert, gemeinsam mit der Agenda-Gruppe “Stadtpark” eine konkrete Idee zur Wiederbelebung der Waldbühne. In Zusammenarbeit mit den beiden Lüdenscheider Rotary Clubs wurde dann ab Mai 2004 die Bühne wieder hergerichtet.

Am 1. Mai 2004 wurden von den Mitgliedern der Rotary Clubs Lüdenscheid und Lüdenscheid-Mark Bäume gefällt und die Stufen der Tribüne frei gelegt. Bis Juli 2004 wurden in mehreren Arbeitseinsätzen die Stufen begradigt, Rasen gesät, der Souffleurkasten aufgefüllt und die Bühne begradigt. Eine direkte Zufahrt zur Bühne wurde geschaffen, so dass Transportfahrzeuge bis zu einer Größe vom Typ „Sprinter“ direkt auf die Bühne fahren können.

Ziel bei der Restauration war es, Tribüne und Bühne harmonisch an die Umgebung des Lüdenscheider Stadtparks anzupassen. Am 8. September 2004 fand dann die Wiederinbetriebnahme der Waldbühne unter großer Begeisterung der Öffentlichkeit mit William Shakespeares Sommernachtstraum in einer Inszenierung des N.N. Theaters, Neue Volksbühne Köln statt.

Die Arbeiten an der Waldbühne wurden im Frühjahr 2005 fortgeführt. Zur seitlichen Abgrenzung wurde rechts und links der Tribüne eine Hecke gepflanzt. Die Stufen der Tribüne wurden an der Stirnseite mit Schwartenbrettern von den Schülern des örtlichen Berufskollegs für Technik befestigt, Geländer zur besseren und sicheren Erreichbarkeit der Sitzplätze wurden errichtet und in der Nähe der Bühne ein fester Stromanschluss installiert.

In den folgenden Jahren fanden regelmäßig Aufführungen z.B. des Lüdenscheider Kultursommers auf der Waldbühne statt. Die Infrastruktur der Anlage muss noch verbessert werden. Der Bau eines mobilen Häuschens (Umkleidekabine) sowie der Bau eines Toilettenhäuschens erfolgten noch rechtzeitig für die Aufführungen im Jahr 2005. Die Arbeiten an der Waldbühne werden in Abstimmung mit dem Umweltamt der Stadt Lüdenscheid durchgeführt.

Im Herbst 2009 wurden die Bäume zur angrenzenden Reiterwiese aufgrund eines Borkenkäferbefalls gefällt. Da die ursprüngliche und besondere Atmosphäre der Bühne stark beeinträchtigt wurde, hat sich der Verein Waldbühne Lüdenscheid e.V. im Herbst 2009 gegründet mit dem Ziel die Waldbühne zu erhalten und zu fördern.

Auch nach dem Kahlschlag wird es möglich sein, die Bühne für kulturelle Zwecke zu nutzen und die Besucher ab Juni 2010 mit einem speziellen Programm rund um Musik und Schauspiel zu begeistern. Die Waldbühne Lüdenscheid ist ein schönes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement. Mit Hilfe der vielfältigen Unterstützung aus der Bürgerschaft konnte ein wahres Kleinod entstehen, das in der kurzen Zeit seiner Existenz viele Freunde auch über die Grenzen Lüdenscheids hinaus gewonnen hat.